Sonntag, 28. Juni 2020

Artrage

Ich möchte ein Programm vorstellen, dass ich sehr gut finde: Artrage
Artrage ist ein Malprogramm, dass Ähnlichkeit zu echten Pinseln künstlich zulässt. Durch dieses Programm kann ich, obwohl ich nicht mit der Hand malen kann, ein Bild malen, dass ähnlich zu einem mit echten Pinseln gemalten Bild, aussieht. Leider ist die Auswahl vorhandener Formen sehr beschränkt, aber das Programm ist im großen und ganzen sehr gut. 

Freitag, 26. Juni 2020

Das „behindertengerechte“ Hotel

Nicht, dass ich nicht genug Stress an dem Tag gehabt hätte: Ich (und meine Eltern) mussten auf eine Beerdigung. Wir hätten bei Verwandten schlafen können, dachten aber, dass es einfacher wäre, wenn wir in ein behindertengerechtes Hotel gehen würden. Als wir ankamen, waren die Zimmer nicht, wie wir gebucht hatten nebeneinander, sondern gegenüber (Was viel anstrengender ist, weil ich nachts Hilfe brauche). Am nächsten Tag war der einzige Aufzug des Hotels kaputt. Das Zimmer war allerdings im dritten Stock. Beide Rollis -der Elektro-Rolli wiegt 160kg-  und ich wurden einzeln runter getragen. Ich bin auch nicht mehr so leicht zu tragen. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig zu der Beerdigung. Von der Erleichterung, die eigentlich durch den Hotelaufenthalt geplant war, war nichts mehr vorhanden. 

Sonntag, 21. Juni 2020

Ich habe eine tolle Erfahrung gemacht, ich habe drei Tage an einem Pitch Jam teilgenommen, dazu gleich mehr. Für mich war das Online-Format das Corona-bedingt gewählt werden musste, vielleicht sogar eine Chance. Ich habe erst kurzfristig davon erfahren und hätte so schnell nicht nach Berlin fahren können. Ich weiß gar nicht, ob ich richtig hätte teilnehmen können, jede Reise ist ein großer organisatorischer Aufwand (Barrierefreiheit des Hotels und des Veranstaltungsortes, Hilfsmittel, die ich benötige, usw.)
Trotzdem wäre es schön gewesen, alle Leute persönlich und nicht nur über den Bildschirm kennenzulernen. Die Teilnehmer meines Teams waren mir gegenüber sehr offen und nett. Sie waren auch sehr verständnisvoll, dass ich keine Nachtschicht einlegen konnte :-) Ich finde das Thema auch in dieser Sparte sehr wichtig und fand alle Beiträge sehr gut.
Meine Erfahrungen habe ich nochmal zusammengefasst:

Pitch Jam 2020
Thema: Erinnerungskultur
·      Veranstalter: Stiftung digitale Spielekultur
·      Aufgabe: Konzept für ein Game in einem interdisziplinären Team erarbeiten 
·      Zeitrahmen: 
o   Beginn:  Do, 18.6.2020 10.00 Uhr
o   Abgabe: Sa, 20.6.2020 10.00 Uhr
o   Abschlusspräsentation mit Auszeichnung für die besten 2 Vorschläge: 
Sa, 20.6.2020 15 Uhr

meine Erfahrungen und Erkenntnisse
·      Spielkonzept in einer Gruppe zu erarbeiten macht Spaß
·      Kennenlernen neuer Leute aus ganz unterschiedlichen Fach- und Lebensbereichen
·      Die Interdisziplinarität der Teams (Historiker, Pädagogen, Game Designer, Medienwissenschaftler usw.) bietet unterschiedliche und neue Möglichkeiten, Ideen und Anregungen
·      Lernen von anderen und Profitieren von Expertenwissen 

Herausforderungen
·      vorher keine Arbeitserfahrung im Team mit mir völlig unbekannten Leuten aus unterschiedlichen Fachbereichen 
·      Keine Erfahrung, ein Spielkonzept in einer Gruppe zu erstellen
·      Kaum praktische Erfahrung mit Spielentwicklung
·      Arbeiten unter Zeitdruck mit sehr wenigen Pausen und eigentlich open end in der Nacht vor der Abgabe

FAZIT: insgesamt tolle und wichtige Erfahrung
==> Das will ich wieder machen!

Sonntag, 14. Juni 2020

Sudoku bei sz.de

Die Sudokus auf sz.de sind relativ gut zu bedienen. Man kann die Zahlenfelder gut anfahren, die Zahlen könnten noch etwas weiter auseinander stehen und was ebenfalls schön wäre: Mehr künstliche Intelligenz. Die Seite sollte so geladen werden, dass man von Anfang an alle Felder, wie auch die anklickbaren Zahlen sehen könnte, ohne scrollen zu müssen 

Freitag, 12. Juni 2020

Ich sitze im Rollstuhl, kann vieles nicht machen, 
oftmals kann ich darüber zwar lachen,
aber eigentlich find’ ich es wirklich schlecht, 
ja, es ist mir wirklich mehr als nicht recht,
dass es in Spielen meist nur noch um Schnelligkeit geht, 
doch das ist nur ein Problem, dass ich hab,
wenn ich gehe alle Barrieren ab
- ähm, ich meine natürlich, zähle auf,
doch da reimte sich grade einfach nichts drauf
Dies kreativ aufzuzeigen, das ist mein Ziel
das wird sicher mehr als ein einfaches Spiel.

Punktuelles klicken hasse ich sehr, 
denn dies ist für mich einfach wahnsinnig schwer.
Ich fürchte, ich muss das Dichten jetzt lassen, 
denn ich kann nicht alles lyrisch erfassen.

Sonntag, 7. Juni 2020

Sims an die Arbeit

Eigentlich mag ich Sims wirklich sehr gerne und kann die meisten Spiele der Serie auch gut spielen, aber Sims an die Arbeit war ein Fehlkauf. Jeder Beruf, den man erlernen kann, geht auf Schnelligkeit. Ich kann es nur lösen, indem ich das Spiel auf Pause stelle. Zugegeben, diese Erweiterung hat einen anderen Schwerpunkt (nämlich Jugendlichen Berufsalltag zu zeigen) aber individuelle Zeiteinstellungen wären bezüglich der Chancengleichheit und der Barrierefreiheit wichtig. 

Freitag, 5. Juni 2020

Alltagsanekdote: Ich werde gesegnet

Ich bin ja so ein glücklicher Mensch. Immer wieder werde ich von wildfremden Menschen gesegnet…ganz ohne darum zu bitten. Insbesondere betrunkene Menschen suchen sehr gerne meine Gesellschaft, schlagen ein Kreuz über mir und besprechen meine verkrampften Hände mit „Formeln“. Eigentlich bin ich ja auch ganz zufrieden ohne die Segnung Fremder, aber es kann ja nichts schaden.
Zwinkerndes Gesicht ohne Füllung



Sonntag, 31. Mai 2020

Im wunderschönen Monat Mai

Mein größter Erfolg in diesem Monat war eine positive Rückmeldung einer Computerspielfirma, die mich um Mithilfe für mehr Barrierefreiheit bei ihren Spielen gebeten hat. (Zumindest ein guter Anfang) 

Ich habe diesen Monat keine (völlig) absurde Anekdote erlebt. (Vielleicht auch, weil „Mitleidsbekundungen“ betrunkener, fremder Leute wegfielen.) Lediglich einmal hielt eine Frau meine (zufällig) geöffnete Hand für eine „Bettelgeste“und wollte mir Geld geben…Ich klärte das Missverständnis auf.

Vielleicht kann man bald wieder etwas mehr unterwegs sein und dann gibt es einen längeren Monatsrückblick…Mal schauen 

Freitag, 29. Mai 2020

Die besten Antworten auf die dümmsten Fragen

Statt einer Anekdote will ich diesmal die besten Antworten auf die dümmsten Fragen/Aussagen aufschreiben. Zu einem Rollstuhlfahrer sagt eine Frau „Bist du ein Behinderter?“ Seine Antwort: „Nee, ich bin Türke, und du?“ „Die Behinderten sind alle so lieb und so dankbar“ erklärte eine fremde Frau. Ich: „Woher wissen Sie das?“ Als ein Betrunkener Mann meinen Rolli sah, konnte er nur noch ein Wort hervorbringen: „Traurig! Traurig! Traurig!“ Als ich ihn dann fragte: „Soll ich jetzt den ganzen Tag weinen, oder was?“ schaute er mich irritiert an. Auf die Frage, wie er mit seiner Behinderung umgehe, sagte der Sänger Thomas Quasthoff einmal: „Ich lasse mich nicht behindern.“ 
Manchmal fällt mir auch keine Antwort ein. Leider. Eine fremde Frau fragte meine Mutter (in meiner Anwesenheit): „Hat sie eine normale Lebenserwartung?“ Eine andere beklagte bei meinem Vater  (wieder saß ich daneben), die „Krummheit“ meiner Hände usw.
„Sitzen die Kinder jetzt auch schon im Rollstuhl?“ „Ist die behindert, oder was?“ 
Diese Liste kann ewig weitergehen. (Falls jemand Lust hat, die Liste zu ergänzen, ist man herzlich eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen)

Samstag, 23. Mai 2020

Lost Horizon und Lost Horizon 2: "Archäologie mit Altersschwäche"

Lost horizon ist inhaltlich und von der Barrierefreiheit her sehr gut (bis auf einen Quest), es gibt ein gutes Menü, die Gegenstände sind groß genug und man kann sie gut mit dem Joystick ansteuern. Leider ist es bei der Fortsetzung Lost horizon 2 (Deep Silver) nicht mehr so.  Wie eine Kritik des Spiels beschreibt, zeigt das Spiel „Archäologie mit Altersschwäche“[1]. Abgesehen von den inhaltlichen Problemen, die diese Überschrift impliziert, hat die Archäologie für mich leider auch gewisse Barrieren. Ich muss mit meinem Joystick dauernd kleine Gegenstände zusammenbauen, was für mich sehr schwierig ist. Der Minijoystick kann nicht präzise genug gesteuert werden. Deswegen müssen die Gegenstände groß genug sein, damit ich ein Spiel gut spielen kann. Um die Schwierigkeit zu erhöhen, wäre es für mich besser, die Gegenstände im Spiel besser zu verstecken anstatt sie einfach kleiner zu machen. Noch dazu gibt es zu viele Quests auf Zeit, wegen denen ich schnell die Lust verloren habe, das Spiel zu Ende zu spielen. Es war für mich zu kompliziert zu spielen und hat mich nicht genug gereizt. Schade. 
Insbesondere die Schwierigkeit das Spiel zu spielen war für mich ausschlaggebend. 
Ich war ein totaler Fan von Lost horizon und bin sehr enttäuscht von Lost horizon 2, weil ich das Spiel auf Grund dieser Schwierigkeiten nicht zu Ende spielen wollte. 




Freitag, 22. Mai 2020

3. Alltagsanekdote: Das ist doch eine Arme!

Wenn ich als Kind aufgeregt war, fing ich oft schnell an zu weinen oder sogar zu schreien und war schwer zu beruhigen. Das war oft sehr anstrengend und unverständlich für meine Mitmenschen. Meine Mutter versuchte mich dann oft zu beruhigen, aber nicht immer gelang ihr das, weil aufgrund meiner Behinderung meine Emotionen stärker ausgeprägt waren. Einmal passierte jedoch etwas anderes; Eine Frau kam und tadelte meine Mutter mit den Worten „Aber das ist doch eine Arme!“. Mein Schreien ging in ein schallendes Gelächter über. So arm bin ich übrigens gar nicht.

Sonntag, 17. Mai 2020

Schwierigkeit bei Wimmelbildern

Bei Online-Wimmelbildern habe ich oft folgendes Problem: sehr viele dieser Spiele haben ein Zeitlimit. Außerdem gibt es oft Zeitabzug, wenn man danebenklickt. Für mich ist es sehr schwierig, die meist zu kleinen Gegenstände zu treffen. Es gibt dann keine Chancengleichheit und ich müsste mir zusätzliche Hilfen kaufen. So Z.B bei https://www.wimmelbildspiele.de/spiel/Versteckte+Objekte+im+Mittelalterschloss . Während https://www.spiele-umsonst.de/deadly-infection-t6572.html Für mich gut ist, da es (ausnahmsweise) ohne Zeitlimit funktioniert.  

Freitag, 15. Mai 2020

2. Anekdote: „Kannst du denn zur Schule gehen"?

Wie oft habe ich solche Situationen schon gehabt: 

Ich werde von einer fremden Frau auf der Straße angesprochen. „Kannst du denn zur Schule gehen?“ Ich antworte kurz und knapp: „Ja, auf’s Gymnasium.“ Ich erhalte eine erstaunte, fast schon ungläubige Reaktion. Inzwischen studiere ich. Häufig blicke ich in überraschte Gesichter, erwähne ich das. Ja. Wir leben im 21. Jahrhundert und wisst Ihr, wie glücklich ich bin, dass es auch für mich Möglichkeiten gibt! ;-)  

Sonntag, 10. Mai 2020

Point & Click ohne Menü

Ich bin ein großer Fan von Point&Click-Adventures, weil die einfache Spielweise auch Menschen mit Körperbehinderung die Steuerung ermöglicht, da Computer-Ansteuer-Geräte, wie z. B. Joystick und SwitchMouse (die ich benutze) diese Funktionen übernehmen können. Leider habe ich jedoch oft folgendes Problem: Anscheinend geht der Trend bei der Spielentwicklung oft zu Kostenersparnis (für die Entwickler) und „Erleichterungen“ (für die User). Die Spieleindustrie schafft immer mehr aufwändige Spielmenüs ab und ersetzt diese durch z.B. Escape- und Leertaste. Wäre ja an sich auch verständlich, gäbe es nicht Menschen mit motorischen Einschränkungen wie mich, für die jede zusätzlich benötigte Taste ein Spiel komplizierter, wenn nicht unspielbar macht. Dass die Entwickler oft nicht einmal auf Kritik reagieren, ist schade. Leider betrifft das Deadalic Entertainment, was in Deutschland ein führendes Unternehmen ist. Ich liebe deren mehrfach ausgezeichneten Spiele, die ich lieber allein oder ohne den für mich riesigen und schweren Aufwand mit vielen Zusatztasten gespielt hätte. Für mich (weitestgehend) geeignete Point&Click Adventures sind z.B. Spiele der Firma Deep Silver.

Freitag, 8. Mai 2020

Zeit für die erste Anekdote

Nichts neues, das ist mir schon tausend Mal passiert. Ich gehe mit meiner Freundin spazieren. Sie schiebt meinen Rolli. Während ich unterwegs bin, höre ich hinter mir ein paar junge Mädels die lauthals erklären wie „behindert“ (im Sinne des Lieblingsschimpfwortes junger Leute) alles ist. Ich zucke zusammen, lache dann meiner Assistentin ins Gesicht und fordere sie auf: „Lass mal die freundlichen Mädels vorbei“. Sie überholten mich und sahen natürlich überhaupt keinen Zusammenhang zwischen ihrem Gerede und mir in meinem Rolli….Ich musste sehr stark an den Spruch denken, den mir meine Freundin beigebracht hat: „Herr schmeiß Hirn vom Himmel oder einen Stein. Ganz egal, Hauptsache du triffst“. Früher habe ich mich immer so darüber aufgeregt oder war sogar verletzt. Heute lache ich - meistens. Das ist gesünder, lustiger und viel besser.  

Montag, 4. Mai 2020

Vorstellung

Das bin ich mit meinem Rolli vor meinem Mini-joystick, den ich mit Kinn bediene

Hallo, ich heiße Marlene Beilharz und studiere im Master Film-und Medienkulturforschung. Ich bin mehrfach körperbehindert und setze mich mit Barrierefreiheit , insbesondere im digitalen Bereich, auseinander. Mein Schwerpunkt liegt hier bei meinen motorischen Schwierigkeiten, mit denen ich als Medien-user, (hauptsächlich  Computerspiele  und Websites) täglich  konfrontiert werde. Außerdem möchte ich gelegentlich Anekdoten aus meinem Alltag erzählen, da ich keine normale Maus bedienen kann, arbeite ich mit meinem Minijoistick als Mausersatz 

Auf wiedersehen, Blogger

 Für alle , die es noch nicht wissen : Ich habe mich aus verschiedenen schöne Gründen entschieden zu Wordpress zu wechseln ! Mein alter Blog...